Erster Bauabschnitt bald beendet – Trauerhalle, Urnenfelder und Friedhain mit Bäumen

Stegaurach errichtet einen neuen Friedhof

Mit dem Bau einer neuen Trauerhalle samt Anlage von Urnenfeldern und einem Friedhain hat die Gemeinde Stegaurach seit September vergangenen Jahres ein großes Projekt mit ca. 1,8 Millionen Euro Umfang ins Laufen gebracht, das bestimmt schon seit einem Jahrzehnt im Gespräch war, so Erster Bürgermeister Thilo Wagner. Er freut sich, dass die Gemeinde künftig verschiedenste moderne Bestattungsformen anbieten kann. Im Moment läuft der erste Bauabschnitt und es sind schon große Veränderungen sichtbar.

Friedhof Erweiterung

Friedhof Erweiterung 2Am meisten sticht natürlich der Neubau der Aussegnungshalle mit 90 Sitzplätzen ins Auge. Die Trauerhalle mit 120 Quadratmetern Fläche macht von außen mit einem Spitzdach auf sich aufmerksam. „Schon wenn man zum Ort hineinfährt, nimmt man das Gebäude wahr,“ erklärt Arne Vogels, beauftragter Architekt von Schmitt und Vogels aus Bamberg. Ganz bewusst solle sich dieser Ort der Trauer von den Wohnhäusern dahinter abheben.

Die Trauerhalle schmiegt sich von außen perfekt in das etwas abschüssige Gelände ein. Den Hang aufwärts befinden sich auf 1050 Quadratmetern (inklusive Wege) die Urnenfelder. Etwas unterhalb und Richtung Ortsausfahrt versetzt wird der Friedhain, umrahmt von blühenden Hecken, zu finden sein.

Gestaltung durch zwei große Stahltore

Der Gang von einem zentralen Platz aus, der den alten und neuen Friedhof künftig verbinden wird, in die Trauerhalle hinein wird durch zwei große Stahltore besonders gestaltet. Einer der beiden Torflügel mit einer Abmessung von 3 mal 3 Metern wiegt ganze 900 kg. Gemeinsam geben die massiven Torflügel einen Durchgang von 6 Metern Breite und 3 Metern Höhe frei.  „Das Öffnen der Trauerhalle, wenn nach einer Aussegnung alle gemeinsam herausschreiten, wird eine große Geste sein“, ist sich Architekt Vogels sicher. Außerdem ermöglichen die großen Stahltore auch, dass viele Menschen an einer Trauerfeier teilnehmen können. Sie können dann sogar auf dem Hof stehend an der Feier teilhaben.

Im Inneren haben die Planer darauf geachtet, dass ein privater geborgener Raum entsteht, ein für die Situation der Trauer angemessener Rückzugsort, an dem man zur Ruhe kommen kann. „Die Familie, engste Angehörige und Freunde sollen sich in dem Raum wohl und aufgehoben fühlen“, ist Arne Vogels wichtig. Zu dieser Atmosphäre wird auch ein schmales hohes Fenster an der Ostseite der Trauerhalle beitragen, das der Bamberger Glaskünstler Johannes Schreiber gestalten wird.

Friedhof Erweiterung 3Friedhain mit Buchen, Linden und Kastanien

Elke Döhler von Ammermann-Döhler Landschaftsarchitekten, die seit 2015 die Friedhofserweiterung mitentwickelt hat, freut sich jetzt schon auf den zweiten Bauabschnitt, wenn der Untere Mittelberg gesperrt wird und der Friedhof nur noch von oben angebunden sein wird. „Dann wird sich erst die ganze Wirkung der Erweiterung entfalten“, so Elke Döhler. Dann wird auch der Farbasphalt zwischen dem Trauerhaus und dem kleinen Abschiedsraum mit 55 Quadratmetern aufgebracht werden.

Schon jetzt sind drei Stufen ins Gelände gebaut worden, wo sich später die Urnengräber befinden sollen. Das Frühjahr wurde hier bereits für erste Anpflanzungen genutzt. An der neuen Friedhofsmauer entlang, die sich an die alte Mauer anschließen wird, ist im Moment Platz für Erdbestattungen als Rasengräber vorgesehen. Auch im 1500 Quadratmeter großen Friedhain hinter der Trauerhalle wurden schon zwölf große Bäume – Buchen, Linden und rotblühende Kastanien – gepflanzt. Diese Bäume und ein Pfad, der mehrfach kreuzt, sollen später dazu einladen, im Hain zu wandeln. Zu einer gelungenen Atmosphäre werden künftig außerdem wohl Sitzbänke und zwei oder drei Skulpturen beitragen.

Landschaftsarchitektin Döhler setzt bei der Außengestaltung der Friedhofserweiterung insgesamt auf große Schlichtheit. „Denn es ist hier so ein schöner Ort, mit wunderbarem Ausblick auf die Altenburg, die Weiher und ganz Stegaurach, das wollen wir nur unterstreichen und erlebbar machen“, so Döhler. Das Feedback von vielen interessierten Baustellenbesuchern gibt ihr Recht. Die Menschen seien immer positiv von den Neuerungen auf dem Stegauracher Friedhof beeindruckt.