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Kommunales Flächenressourcen-Management

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Kommunales Flächenressourcen-Management ist ein Modellprojekt des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz.

Ziel des Projekts ist die Erarbeitung von praxisnahen Handlungshilfen und Arbeitsgrundlagen, welche die bayerischen Kommunen bei der vorrangigen Entwicklung der vorhandenen innerörtlichen Entwicklungspotenziale unterstützen sollen. Insbesondere sollen dabei die Verhältnisse in kleinen Kommunen berücksichtigt werden, da 90 % aller bayerischen Kommunen weniger als 10.000 Einwohner aufweisen.

Um die praktische Anwendbarkeit zu testen und Beispiele für die konkrete Umsetzung zu gewinnen, wurden im Sommer 2001 auf Grundlage einer bayernweiten Ausschreibung folgende 4 Modellkommunen mit verschiedenen typischen Größenklassen und Strukturtypen bestimmt:

 

1.

Pfaffenhofen a.d. Ilm in Oberbayern

2.

Baiersdorf in Mittelfranken

3.

Stegaurach in Oberfranken

4.

Jengen in Schwaben

 

In den Modellkommunen wurde von Oktober 2001 bis Juni 2002 das innerörtliche Entwicklungspotenzial detailliert erhoben und in ein Geographisches Informationssystem (GIS) eingespeist. Parallel wurden die Bodenfunktionen auf siedlungsnahen Freiflächen untersucht, um künftig bei einer unabdingbaren Ausweisung von neuen Bauflächen das Schutzgut Boden fachlich fundiert in die bauleitplanerische Abwägung einstellen zu können. Anschließend wurden Strategien zur Aktivierung der erhobenen Potenziale erarbeitet und den Modellkommunen für die weitere Umsetzung zur Hand gegeben. Die Arbeit vor Ort erfolgte in enger Abstimmung und Kooperation mit der lokalen Verwaltung.

 

Die Auswertung der Datenerhebung (Kurzbericht PDF-Icon127 KB) in den Modellkommunen zeigt, dass Baulücken und Brachflächen in den Modellkommunen einen Anteil zwischen 18,7 % und 37,5 % an der Gebäude- und Freifläche der Kommunen aufweisen. Dies bedeutet, dass ein erheblicher Anteil der vorhandenen, meist erschlossenen und mit Baurecht versehenen Flächen theoretisch als Baulandpotenzial anzusehen ist. In der Praxis muss allerdings berücksichtigt werden, dass diese Potenziale aufgrund privater Interessen meist nur eingeschränkt für die kommunale Planung zur Verfügung stehen, weshalb neue Aktivierungsstrategien in der Kommunalplanung etabliert werden müssen.

 

Jengen

Stegaurach

Baiersdorf

Pfaffenhofen

Baulücken und geringfügig bebaute Grundstücke

113

413

195

591

Brachflächen (*ehem. landwirtschaftl. genutzte Gehöfte)

78*

3

6

28

Gesamtpotential Baulücken und Brachflächen

40,0 ha

54,5 ha

29,9 ha

91,2 ha

Erfreulicherweise ist die Gemeinde Stegaurach 2001 eine dieser Modellgemeinden geworden. Durch das Modellprojekt erhielt die Verwaltungsgemeinschaft Stegaurach (bzw. deren Mitgliedsgemeinde Stegaurach) ein GIS-System mit einem Baulücken- und Brachflächenkataster, weitere digitale Planungsdaten sowie detaillierte Handlungsmöglichkeiten für die Fortführung des Flächenmanagements. Künftig soll Stegaurach verstärkt im Bestand entwickelt werden. Die ermittelten innerörtlichen Baulandpotenziale (413 Baulücken und 3 Brachflächen) können einen großen Teil des künftigen Baulandbedarfs abdecken. Durch die Innenentwicklung halten wir unseren Ort lebendig und attraktiv. Dadurch dass bestehende Infrastruktur im Ort genutzt werden kann, bestehen für die Gemeinde gegenüber der Außenentwicklung auch Kostenvorteile.

Auch in der zweiten Mitgliedsgemeinde der Verwaltungsgemeinschaft Stegaurach, der Gemeinde Walsdorf, wurde ein Flächenmanagement durchgeführt. In einem weiteren Modellprojekt des bayerischen Landesamts für Umwelt wurden durch die Walsdorfer Agenda 21 die innerörtlichen Entwicklungspotenziale ermittelt. Auch Walsdorf hat folgenden Grundsatzbeschluss zum Flächensparen verabschiedet:

„Boden ist eine zentrale Lebens- und Wirtschafts­grundlage für die Bürgerinnen und Bürger in unserer Kommune, die auch zukünftigen Generationen erhalten bleiben soll. Die Gemeinde bekennt sich deshalb zu einem schonenden und flächensparenden Umgang mit dem Boden im Gemeindegebiet.
Zukünftig werden deshalb folgende konkrete Handlungsansätze verstärkt verfolgt:

  • Die vorrangige Nutzung von Bauland im Bestand vor der Neuausweisung von Baugebieten auf der "grünen Wiese".

  • Hinwirken auf eine möglichst versiegelungsarme Gestaltung von Flächen oder Gebieten im Gemeindegebiet, die umgestaltet oder neu bebaut werden."

Durch die Kontaktaufnahme mit den Eigentümern der Baulücken wurde es möglich, einen Teil der Baulücken, die zum Verkauf stehen, im Internet zu veröffentlichen. So findet man auf der Homepage der Verwaltungsgemeinschaft Stegaurach jeweils eine entsprechende Auflistung der frei käuflichen Bauplätze (mit Grundstücksdetails und grafischer Darstellung) in Form einer Bauplatzliste für die Gemeinde Stegaurach sowie eine entsprechende Bauplatzliste für die Gemeinde Walsdorf, die von Jedermann kostenlos heruntergeladen und ausgedruckt werden kann.

Die Ergebnisse aus Stegaurach und Walsdorf flossen auch in zwei Veröffentlichungen ein und dienen bayernweit als Vorzeigebeispiele für eine zukunftsfähige Siedlungsentwicklung.

Mit den Ergebnissen aus der praktischen Anwendung in den Modellkommunen wurde 2003 die Arbeitshilfe des Bayerischen Umweltministeriums mit ergänzenden konkreten Umsetzungshilfen überarbeitet.

Download (2. Auflage - 2003, (PDF-Icon 872 KB )
Download Arbeitshilfe Anhang (PDF-Icon 555 KB )

Die Arbeitshilfe zeigt Handlungsfelder, Umsetzungsmöglichkeiten, Beispiele und Vorteile einer flächensparenden Entwicklung für die Kommunen auf.

Folgende Handlungsfelder werden im Rahmen des Kommunalen Flächenressourcen-Managements behandelt:

· Flächenrecycling
· Baulückenaktivierung
· Nachverdichtung
· Flächensparendes Bauen und Begrenzung der Versiegelung
· Entsiegelung im Bestand

Weitere Informationen finden Sie unter www.boden.bayern.de sowie http://www.stmugv.bayern.de/de/boden/flaech/flv3.htm

Im Juni 2005 ist der "Baustein Nr. 11: Flächensparen und Kommunale Agenda 21" erschienen. Dieser Baustein bietet eine Handlungsanleitung für lokale Agenda-21-Gruppen, innerörtliche Entwicklungsflächen zu erfassen - um so die Nutzung unbebauter Flächen am Rand zu vermeiden. Auch werden Hintergrundinformationen zum Flächenverbrauch zur Verfügung gestellt. Am Schluss stehen gute Erfahrungen aus fünf Kommunen, so u.a. auch die Gemeinde Walsdorf mit dieser Vorgehensweise.

Download Baustein (PDF-Icon 13,58 KB )

 
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Letztes Update: 01.06.2010