Tag des offenen Denkmals

Tag des Denkmals

Tag des Denkmals 3

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Unter dem Motto „Macht und Pracht" beteiligte sich die Gemeinde Stegaurach am bundesweiten Tag des offenen Denkmals. Am 10. September öffneten sich für alle Besucherinnen und Besucher die Türen des ehemaligen Böttinger’schen Landhauses.   
Frau Dr. Freise-Wonka und Fr. Jankowski M.A. führten alle Interessierte durch die Räum-lichkeiten des historischen Gebäudes. Wer keine der begehrten Eintrittskarten zur Führungen ergatterte, konnte das Anwesen selbständig besichtigen. Ausgehängte Entwurfsplanungen gaben Auskunft  über  die bevorstehenden Umbaumaßnahmen. Nach einer denkmalgerechten Sanierung wird das Böttingerschlösschen künftig das Rathaus und Bürgerhaus der Gemeinde Stegaurach.
Ganz herzlichen Dank für die wunderbare Bewirtung der Gäste sagen wir den Landfrauen Stegaurach und allen ehrenamtlichen Helfern. Ein Dankeschön dem Büchereiteam für die Durchführung des Malwettbewerbs. 

 

Für alle Interessierten, nachfolgend eine kleine Zusammenfassung der Führung von Frau Jankowski M.A.:

Das ehemalige Böttinger'sche Landhaus wird von der Gemeinde Stegaurach gerne als "Schloss" bezeichnet. Der 1675 in Bamberg geborene Ignaz Tobias Böttinger gab dieses kleine Herrenhaus 1723 in Auftrag. Böttinger war nicht adelig, stammte jedoch aus einer wohlhabenden und angesehenen Familie, die ihren Kindern eine gute Bildung ermöglichen konnte. Böttinger studierte in Würzburg und Prag und arbeitete als Rechtsreferendar in Wetzlar. 1699 kehrte er nach Bamberg zurück und trat in die Dienste des Fürstbischofs Lothar Franz von Schönborn ein. Durch Fleiß, Verlässlichkeit, Loyalität und Verantwortungsbewusstsein wurde er zum Kreisdirektionalgesandten und zum geheimen Hofrat. Durch seinen Umgang am Hof war Böttinger mit den Künsten und dem im Zeitalter des Barock aufkommenden Repräsentationsdrang durchaus vertraut. Er investierte gern in Grundeigentum und erhielt durch den Fürstbischof einige Ermäßigungen oder Bauholz für seine Bauvorhaben gratis. Es war Böttinger möglich, Künstler und Architekten, die am Hofe tätig waren, auch für seine Bauten zu begeistern und zu bezahlen. In Bamberg ließ er 1708 das Böttigerhaus und 1715 sein Wasserschloss, die heutige Villa Concordia, errichten. Im Bamberger Umland kaufte er noch weitere Grundstücke und Weinberge und ließ -wie es damals Mode war- 1723 in Stegaurach ein privates Landhaus mit groß angelegtem Lustgarten errichten.
-Bei dem Böttinger Landhaus handelt es sich um einen massiven eingeschossigen unter-kellerten Walmdachbau mit zweiläufiger Treppe, Getreideboden und einem ursprünglich auf 4 Terrassen angelegtem Garten. Die Fassade ist sehr einfach gehalten, lediglich die Treppe mit ihrem Balustergeländer dient als Zierde. Ebenso gab es nur eine einzige Dachgaube. Der ursprüngliche Grundriss zeigt 5 Räume auf der Hofseite und 5 Räume auf der Gartenseite. 
Betritt man das Haus, so steht man im Hofsaal der eine Art Vestibül darstellt. Die Decken der Räume waren alle mit Stuck verziert. Heute zeigt allerdings nur noch die restaurierte Decke im Vestibül die einstigen prachtvollen Ausschmückungen. Wie im Barock üblicherweise dargestellt, sehen wir hier figürlichen und ornamentalen Stuck, welcher teilweise in Farbe und Gold gefasst ist. Im Gartensaal wiederholt sich im übertünchten Stuck folgende Symbolik: Blumen (Hingabe und Demut), Bänder (selbsteingegangene Bindungen), Akanthus (schwierige Aufgaben die gelöst wurden). Diese Symbole passen meines Erachtens besonders gut zu Böttinger, seinem Leben und seiner Arbeit am Hofe des Fürstbischofs. 
Ignaz Tobias Böttinger selbst war nur etwa drei Jahre in Stegaurach zu Besuch, da er 1730 im Alter von 55 Jahren verstarb.