| Information: Geschichte | ||||||||||||||||
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Im folgenden finden Sie Informationen über die Siedlungsgeschichte (historische Entstehung der Gemeinde Stegaurach), die Gemeindegebietsreform (Bildung der Gemeinde in der heutigen Form), Historische Baudenkmäler (Auszug aus der Denkmalliste) und Religiöse Kleindenkmale (Flurkreuze, Martern, Gedenksteine u.ä.) der Gemeinde Stegaurach sowie Literaturhinweise.
Siedlungsgeschichte: Neben einer bereits wesentlich früheren Besiedlung geht die Entstehung geschlossener Siedlungen im heutigen Raum Stegaurach offensichtlich auf die Zeit der fränkischen Landnahme um 700 bis 900 n.Chr. zurück. Alles eroberte Land gehörte nach fränkischem Recht dem König. Das Verwaltungsgebiet im Frankenreich bildeten die einem Gaugrafen unterstellten Gaue. Stegaurach lag seinerzeit im Volkfeldgau, an den sich nördlich der Grabfeldgau uns nordöstlich der erst später mit der Rauhen Ebrach als Grenze gebildete Radenzgau anschloss. An einem alten Handelsweg zwischen Bamberg und Würzburg entstand Stegaurach.
Die Bezeichnung "Nendilin" verwies dabei auf
"die dem Nendilo gehörende Siedlung", während "Uraha"
auf die nahegelegene Aurach (= "Wasser, an dem sich Auerochsen - Ure -
aufhalten") verwies. Anfangs umfasste der Aurachort dabei wohl nur
das Besitztum des Nendilo, nämlich einen größeren Gutshof mit Anbauten
für die dort Beschäftigten. Nur 39 Jahre nach dem 1.000-jährigen Bestehen im Jahr 1973 feierte die Gemeinde Stegaurach im Jahre 2012 bereits ihr 1.200-jähriges Bestehen. Was war geschehen ? Aufgrund neuer Erkenntnisse aus zwischenzeitlich analysierten historischen Quellen hat sich gezeigt, dass Stegaurach bereits in der spätkarolingischen Zeit gegründet worden sein muss. Es ist an der Universität in Cambridge eine Urkunde aufgetaucht, die die Existenz einer Ansiedlung namens "Uraha" in der Zeit zwischen 810 und 832 nahelegt. Aus einem die Jahre 1303 bis 1314 umfassenden Lehenbuch des Würzburger
Bischofs geht hervor, dass dieser hier noch über "zwei Haben"
(= "das Zugeteilte" - etwa 30 bis 40 Tagwerk), nämlich eine
Mühle und den Zehnt (= Abgabe - der zehnte Teil des Produktionsertrages)
als Grundbesitz verfügte. Später waren ein um etwa um 1250 an der Straße
nach Mühlendorf entstandenes Wasserschloss, gegenüber liegend der
Gutshof sowie eine Mühle Mittelpunkt der alten Siedlung. Daneben entstanden damals ebenfalls schon die Ortschaften Debring und Waizendorf, die wie Stegaurach an einer Stelle lagen, wo die Landstraßen nach Höchstadt, Frensdorf und Burgebrach den Fluss überschritten. In Stegaurach führte anstelle einer Furt später ein Steg über die Aurach. Hier kreuzte "der vom Hohen Kreuz über den Haan kommende, über Dellerhof nach Grasmannsdorf und weiter nach Würzburg führende" Fuhrweg das Gewässer. Vor dem Steg lag bezeichnender Weise auch eine alte Schankstatt (heute Brauerei Windfelder), wo Mensch und Gespann neue Kräfte sammelten, bevor sie die mühsame Fahrt über die südliche Höhe antraten. Nach zum Teil wechselvoller Geschichte unter verschiedenen Lehensherren fiel die Dorfherrschaft mit dem Aussterben des Geschlechts der Camararier (1741) der fürstlichen Hofkammer Bamberg zu. Der im Jahre 1556 im Eigentum derer von Rotenhan stehende Gutshof wird heute als sog. "Lichtensteiner Hof" von der Brauerei Krug genutzt. Ein 1725 vom fürstbischöflichen Geheimrat Böttinger durch Johann Dientzenhofer errichtetes barockes Landhaus wurde im Dezember 1926 teilweise durch Brandschaden vernichtet und wird in seinem heutigen Restzustand als sog. Böttinger Schlösschen von der Metzgerei Diller als Wohnhaus genutzt. Nach den Wirren und Brandschatzungen im Markgrafenkrieg (1552/54), dem 30-jährigen Krieg, dem Siebenjährigen Krieg (1758) und den Franzoseneinfällen in den Jahren 1796 und 1800/1801 wurde Stegaurach im Zuge der Säkularisation 1805 selbständige Gemeinde im Sinne des bayerischen Rechts. Bis zur heutigen Bezeichnung war die Schreibweise des Gemeindenamens Stegaurach starken Abwandlungen unterworfen. Der Name "Nendelin Uraha" wechselte 1138 in "Uraha", 1203 in "Urah", 1272 in "Urach", 1315 in "Kirchenaurach", 1420 in "Obernaurach", 1433 in "Aurach am Stege", 1479 in "Aurach", 1632 in "Auerig" und schließlich seit Beginn des 19. Jahrhunderts in "Stegaurach". Das vorbezeichnete Besitztum des Nendelin bildete einen
wichtigen Grundstock bei der Schaffung des Bistums Bamberg, denn in einer
Urkunde vom 07.05.1008 trat der Würzburger Bischof Heinrich Teile seiner
Diözese an den Kaiser ab, um damit diesem seinen Lieblingstraum - die
Errichtung eines Bistums gegen die Slawen, welche damals Teile der von ihm
beherrschten Territorien umgaben - zu ermöglichen. Unter den vom
Würzburger Oberhirten abgegebenen Gebieten befand sich auch "Nendelin
Uraha", also das spätere Stegaurach. Diese Schenkung begründete die
über Jahrhunderte andauernde Verbindung der Gemeinde Stegaurach mit
Bamberg. Daran sollte sich auch bis zur Schaffung einer eigenen Pfarrei am
01.05.1762 nichts ändern. Im Jahre 1801 hatte der Ort "einige 60 Haushalten, welche verschiedene Lehen sind der Fürstlichen Hofkammer Vogtei, der Lichtensteinische und Crailsheimische Lehen". Die Entwicklung der Bevölkerung Stegaurachs erfolgte mit den Kirchenerweiterungen 1746 und zuletzt 1848. Im Jahre 1912 hatte Stegaurach 583, 1933 schon 666 und im Jahre 1945 bereits 725 Einwohner. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte sich die Entwicklung zur politischen Großgemeinde in rasantem Tempo fort. Im Jahre 1956 hatte Stegaurach bereits 1.147 Einwohner. Heute zählt Stegaurach mit allen Gemeindeteilen über 6.800 Einwohner. Der Ort Stegaurach ist insbesondere in Monaten mit "r" auch ein beliebtes Ausflugsziel für Fischesser, die auf einen lecker zubereiteten Karpfen nicht verzichten wollen. Die Karpfenzucht in Stegaurach ist uralt und geht auf Jahrtausende zurück. Die Gemeinde Stegaurach führt ein eigenes Gemeindewappen, das die geschichtliche Entwicklung wiederspiegelt. Gemeindegebietsreform: Aufgrund der Förderung freiwilliger Gemeindezusammenschlüsse und zur
Verbesserung der kommunalen Leistungs- und Verwaltungskraft wurde die
ehemals selbständige Gemeinde Höfen (mit den Gemeindeteilen
Höfen, Knottenhof, Unteraurach und Waizendorf) mit Wirkung vom 01.01.1972
in die Gemeinde Stegaurach eingegliedert. Durch diesen auf freiwilliger
Basis und mit Zustimmung der Mehrheit der betroffenen Gemeindebürger
erfolgten Zusammenschluss erhöhte sich die Einwohnerzahl von Stegaurach
um 554 Einwohner und die Gemarkungsfläche um 467,1509 ha. Weiterhin wurde gleichfalls auf freiwilliger Basis der ehedem der Gemeinde Hartlanden zugeordnete Gemeindeteil Dellern zum 01.01.1973 nach Stegaurach eingegliedert. Mit Wirkung vom 01.04.1975 erfolgte dann die Eingliederung der Gemeinde Hartlanden (mit den Gemeindeteilen Dellerhof und Hartlanden) nach Stegaurach. Hartlanden umfasste seinerzeit eine Fläche von 196 ha und 223 Einwohner. Die Eingliederung der ehemals selbständigen Gemeinde Mühlendorf (mit den Gemeindeteilen Kreuzschuh, Mühlendorf und Seehöflein) folgte mit Wirkung vom 01.01.1978. Zum Zeitpunkt der Eingliederung zählte Mühlendorf 727 Einwohner bei einer Gemarkungsfläche von 615 ha. Zum 01.05.1978 wurde schließlich die Verwaltungsgemeinschaft Stegaurach gebildet, der die Gemeinde bis zum heutigen Tag angehört. Zur heutigen Gemeinde Stegaurach gehören folgende (11) Gemeindeteile: Stegaurach, Mühlendorf, Kreuzschuh, Hartlanden (mit Dellerhof), Dellern, Debring, Unteraurach (mit Knottenhof), Waizendorf (mit Kaifeck), Seehöflein, Mutzershof und Höfen. Die politische Gemeinde Stegaurach ist Mitgliedsgemeinde der Verwaltungsgemeinschaft Stegaurach, die ihren Sitz in Stegaurach hat. Ein modernes Rathaus, die Grund- und Hauptschulgebäude der Volksschule "Altenburgblick" in Stegaurach und Mühlendorf, eine eigene mechanisch-biologische Kläranlage, diverse Freizeit- und Sportanlagen, eine neue Dreifachsport- und Mehrzweckhalle, eine Gemeindebücherei, zwei moderne Kindergärten unter Trägerschaft der Katholischen Kirchenstiftung sowie mehrere Dorfgemeinschafts- und Feuerwehrhäuser sind Zeugen der Aufwärtsentwicklung. Mehrere Großbetriebe, sowie gewerblicher Mittelstand haben sich in Stegaurach niedergelassen und stellen entsprechende Arbeitsplätze zur Verfügung.
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Letztes Update: 13.04.2012 |
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