Am Fuß der Altenburg, umgeben von
zahlreichen Ortschaften, die freundlich aus den
gepflegten Fluren grüßen, liegt das auf eine lange Siedlungsgeschichte
zurückblickende und seit dem Jahre 973 urkundlich bezeugte Stegaurach.
Aufgrund seiner Lage
war es seid je her das Ziel vieler Besucher.
In der aus der Zeit
von 1746-47 stammenden Dorfkirche fällt der schöne
Hochaltar ins Auge. Nach der Säkularisation erwarb die
Pfarrei diesen 1763 gestifteten Dominikus-Altar aus der
Bamberger Dominikanerkirche, von B. Kamm in
klassizistischem Rokoko geschaffen. Leider ist die Figur
des heiligen Dominikus verschwunden. Das Kirchenschiff wurde 1999 durch
einen modernen Kirchenbau ersetzt, lediglich der alte Turm mit dem
Hochaltar blieb in seinem Urzustand erhalten.
Dass Stegaurach schon immer ein bevorzugtes Besuchsziel war,
beweist der Erbauer des Böttingerhauses, J. J.
Tobias von Böttinger, der um 1725 durch Johann
Dientzenhofer in Stegaurach mit breiter Front und Freitreppe ein schlossartiges Landhaus errichten ließ.
Stegaurach, von Otto II. an Heinrich den Zänker, den Vater Kaiser Heinrich
des Heiligen, geschenkt, birgt neben seiner Pfarrkirche eine
besondere Merkwürdigkeit: die Siebenschläferkapelle am
Ufer der Aurach. Bereits ab 1661 als Holzkapelle
nachweisbar, zeigt die heutige steinerne Kapelle an der
Giebelfassade ein Relief der hl. Siebenschläfer mit der
Jahreszahl 1696.
Dieses Patronat der Siebenschläfer ist in
der Erzdiözese Bamberg einmalig, und außer einem
weiteren Patronat im altbayerischen Raum kennt man
landesweit keine Kirche, die den Siebenschläfern geweiht
ist. Wohl aber hat sich Mohammed mit dem Schicksal dieser
sieben jungen Männer befasst und sie in der 18. Sure
Al-Kahf (die Höhle) des Korans ausführlich als Vorbild
dargestellt. Nach der Legende handelt es sich um sieben
christliche Jünger aus Ephesus, die mit ihrem Hund vor
der Verfolgung des Kaiser Decius in eine Höhle
flüchteten und dort ohne Unterbrechungen viele Jahre
schliefen.
Als sie erwachten und einer von
ihnen das Brot einkaufen wollte, kannte niemand mehr die
Münzen der jungen Männer, worauf das Schicksal der
sieben bekannt wurde. Alsbald starben die Jünglinge und
ihr im Koran Al-Rakim genannter Hund. Ihre Namen werden
mit Malchus, Martinianus, Maximilianus, Johannes, Serapion, Dionysius, Konstantinus angegeben.
Warum dieses
seltene Patronat gewählt wurde, ist nicht bekannt,
möglicherweise kam die Verehrung dieser hl. sieben
Jünglinge durch Kreuzzugteilnehmer oder Pilger aus dem
Hl. Land nach Franken.  Nach der Sage handelt es sich
bei der Kapelle um die Stiftung eines Fuhrmannes, der mit
Wagen und Zugtieren im Sumpfe zu versinken drohte. In der
Todesgefahr gelobte der Fuhrmann, im Falle seiner Rettung
eine Kapelle erbauen zu lassen.
Leider wurde in den vergangenen Jahrzehnten viele historische
Bausubstanz leichtfertig abgebrochen und für immer zerstört.
Einige der wenigen, nahezu in ihrem ursprünglichen Zustand
erhaltenen Gebäude sind die Alte Mühle in Stegaurach und
das idyllisch gelegene Boverischlösschen in Höfen.
Darüber hinaus existieren noch eine Reihe historischer
Denkmäler und religiöser
Kleindenkmale. |